• Lieder aus dem Gesangbuch der EmK (EM) bzw. Himmelweit (HW).
  • Grau hinterlegte Textangaben können durch anklicken eingeblendet werden. Alternativ kann die eigene Bibel verwendet werden.
  • Der Gottesdienst wird als zoom-Gottesdienst online gefeiert. Die Zugangsdaten sind wie üblich bei den Pastor*innen erhältlich.
Interview und Predigt (ab 5:20) von und mit MariaKatharina Moser

Gottesdienstliturgie

Eingangsmusik

Begrüßung und Einführung zum Gottesdienst
von Pastorin Esther Handschin

Heute ist der vierte Sonntag in der Osterzeit. Er trägt auch den Namen „Sonntag des guten Hirten“, denn wir hören im heutigen Evangelium aus Johannes 10 auf die Stimme dieses guten Hirten. Ein guter Hirte kennt seine Schafe und sorgt für sie, gerade auch für die Mühseligen und Beladenen. Darum wird es heute in der Predigt gehen. Am vergangenen Sonntag haben die Pfarrgemeinden der Evangelischen Kirchen A.B. den Diakoniesonntag gefeiert. Da stand bei ihnen das Evangelium vom guten Hirten im Mittelpunkt. So passt es durchaus, dass wir als Methodisten einen Sonntag später den Schwerpunkt auf die Diakonie legen. Wir freuen, dass die Direktorin der Diakonie, Pfarrerin Maria Katharina Moser, mit uns feiert und die Predigt halten wird. Ursprünglich hätte sie das nur in unserer Linzer Gemeinde getan, jetzt dürfen wir alle auf ihre Verkündigung hören.

Was genau Diakonie ist und was sie als Diakoniedirektorin tut, dazu wird sie bald noch etwas sagen.
Für den Ablauf des Gottesdienstes folgen wir der Ordnung, wie sie in der Gemeinde Wien-Floridsdorf üblich ist. Ich danke allen aus der Floridsdorfer Gemeinde, die mich heute bei den Lesungen und Gebeten unterstützen.

Wir wollen unseren Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes feiern:
Du, Gott Vater, sorgst für uns wie ein Hirte für seine Schafe.
Du, Jesus Christus, bist für uns zum guten Hirten geworden, auf dessen Stimme wir hören und dem wir folgen.
Du, Kraft und Geist Gottes, führst uns einen guten Weg zur grünen Aue und zum frischen Wasser.
Amen.

+ Psalm 23, im Wechsel (Gesangbuch Nr 686)

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser. 

Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück

Denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen
mein Leben lang.
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Lied 86, 1-5 „Der Herr, mein Hirte führet mich“ (Musikvideo)

Eingangsgebet

Treuer Gott, du versorgst uns mit dem, was wir zum Leben brauchen. Das spüren und erfahren wir jeden Tag neu. Oft haben wir sogar mehr als genug. Dafür danken wir dir, von ganzem Herzen.
Wir sind auch dankbar, dass manche Beschränkungen aufgehoben wurden und wieder etwas mehr Freiheit in unser Leben einzieht. So wird manches leichter und angenehmer.

Doch wir sehen auch, dass neue Freiheiten auch neue Grenzen aufrichten. Nicht für alle wird es leichter. Manche müssen wieder genauer darauf achten, was sie tun und mit wem sie sich treffen. Neue oder andere Ängste steigen auf. So wollen wir weiterhin achtsam sein auf das, was jeder und jede einzelne braucht. Öffne du uns dafür die Augen und mach unsere Ohren wach.

Öffne du jetzt auch unsere Herzen, damit wir auf deine Botschaft hören. Lass uns aufmerksam sein auf das, was du uns zu sagen hast und mache uns bereit, deinem Wort zu folgen. Dich wollen wir loben als den Gott, der uns aus der Tiefe zu sich führt und als den Gott, der uns immer wieder neu befreit aus den Gefängnissen, in die wir uns selbst eingraben. Dein Name sei gelobt.
Amen.

Lied 25, 1-3 „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe“ (Musikvideo)

Ein Gespräch mit Diakoniedirektorin Maria Katharina Moser oder eine Geschichte zum Dienen

(nach Willi Hoffsümmer, Kurzgeschichten I, Nr. 114)

Eine ältere Frau geht durch einen Park. Ihr Weg führt sie am Kinderspielplatz vorbei. Dort spielen viele Kinder. Weil es heiß ist, rennen die meisten barfuß herum. Viele sind beim Sandhaufen. Ein Aufpasser ist in der Nähe und achtet darauf, dass nichts passiert. Die Frau schaut den Kindern zu.
Plötzlich geht sie ein paar Schritte vor und hebt etwas auf. Sie steckt es in ihre Tasche. Sofort ist der Aufpasser da und fragt: „Was haben Sie da eingesteckt?“ Die Frau ist etwas verwirrt und antwortet nicht sofort. So fragt der Aufpasser weiter: „Haben Sie etwa eine Geldbörse gefunden und wollen diese nicht abgeben? Dann muss ich leider die Polizei rufen, wenn Sie mir nicht zeigen wollen, was Sie eingesteckt haben!“
Die Frau holt aus der Tasche eine Glasscherbe hervor und zeigt sie dem Aufpasser. „Was wollen Sie denn damit?“ fragt er erstaunt. Die Frau antwortet: „Ich wollte nur nicht, dass eines der Kinder mit den blossen Füßen hineintritt. Darum habe ich die Glasscherbe aufgehoben.“ „Verzeihen Sie!“ sagte da der Aufpasser.

Lied 571 „Ubi caritas“ (Musikvideo)

+ Lesung Apostelgeschichte 2, 42-47

42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und imBrotbrechen und im Gebet.  

43 Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.  

44 Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.  

45 Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.  

46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen  

47 und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Lied 428, 1-3 „Zu Ostern in Jerusalem“ (Musikvideo)

+ Johannes 10, 1-10

1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber.  

2 Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.  

3 Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.  

4 Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. 

5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.  

6 Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte.

7 Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 

8 Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.  

9 Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.  

10 Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

Lied 133, 1-3 „Halleluja, Halleluja“ (Musikvideo)

+ Predigt von Maria Katharina Moser

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28)

Friede sei mit Euch und Gnade von dem, der da ist und der da war und der da kommt!

Liebe Gemeinde,

ich habe Ihnen ein Bild mitgebracht und lade Sie ein, es zu betrachten. Zwei Fragmente einer Pieta heißt es. 

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Eine Darstellung Mariens mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus auf dem Schoss, von der nur mehr Teile übrig sind. 

Diese Darstellung war zu sehen 2015 im Bode-Museum zu Berlin in einer Ausstellung mit dem Titel „Das verschwundene Museum“. Die Ausstellung wollte die Zerstörung, die Wunden, die der 2. Weltkrieg auch in Kunst und Kultur hinterlassen hat, zeigen. 

Zu sehen sind nur mehr Fragmente der Pieta, die um 1400 entstanden ist. Sie sind übrig. Buchstücke. Aber obwohl wir nur zwei Teile sehen, sehen wir das Ganze. Das Ganze ist sichtbar im Fragment – aber unvollendet. Das Fragment lebt aus der Spannung zur Ganzheit, die es nicht ist. Von ihm geht „eine Bewegung der Unruhe“ aus.

Es ist ein Sinnbild dafür, was menschliches Leben, was der Mensch ist: Fragment. Wir Menschen sind Fragmente. Wir sind Bruchstücke. Wir sind immer nur ein Bruchstück dessen, was wir waren und sein könnten und sein werden. In religiöser Sprache heißt das: Als Menschen sind wir unvollendet. 

Unser menschliches Leben ist fragmentarisch, bruchstückhaft. Wir können nicht alles bis ins Letzte beherrschen – weder unser eigenes Leben, noch die Natur, noch den Lauf der Dinge, das, was wir gemeinhin Schicksal nennen. Und schon gar nicht Krankheit und Tod. So sehr wir uns auch bemühen. Das erleben wir gerade jetzt, in der Corona Krise sehr deutlich.

Zum menschlichen Leben gehört die Endlichkeit, die nicht vorhersehbare und nicht planbare Endlichkeit. Der Tod. Zum menschlichen Leben gehören Brüche: zerbrochene Hoffnungen, zerronnene Lebenswünsche, verworfene Möglichkeiten, vertane Chancen. Verletzungen. Leiden. Das menschliche Leben, der Mensch, ist nicht ganz und heil und perfekt. Keine geschlossene Ganzheit mit glatter, glänzender Oberfläche.

Wir haben es heute zu tun mit einer grandiosen Verdrängung der Fragmentarität und Brüchigkeit menschlichen Lebens – auch wenn sie uns ständig medial vorgeführt wird. Man macht alles, um sie zu verstecken, damit sie die Selbstsicherheit unserer Leistungsgesellschaft nicht stört. Wir verdrängen unsere eigene Brüchigkeit. Wir drängen die Menschen, die an den Brüchen des Lebens leben und die die Fragmentarität menschlichen Lebens erfahren, an den Rand.

Die Wunden, die Brüche im Leben von Menschen – sie sind der Ort, an dem Kirche ist; an dem die Diakonie ist. Es ist eine wichtige Aufgabe für Kirchen und Diakonie, die Fragmentarität menschlichen Lebens vom Rand in die Mitte zu rücken. „Diakonisches Handeln beginnt mit der Wahrnehmung von Not“, heißt es in der Standortbestimmung der Diakonie Österreich, unserem Leitbild. Und weiter: „Menschen in Not dürfen nicht zu Objekten helfenden Handelns werden; sie sind unsere Brüder und Schwestern, die Jesus selig gesprochen hat.“ Es geht nicht darum, dass christliche Gemeinschaft sich als Sammlung der Starken begreift, die Schwache zu integrieren habe, vielmehr sind alle Eingeladene Jesu Christi, der alle zu sich ruft: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühseligen und beladenen seid! Ich will Euch erquicken.“

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will Euch erquicken.“

Die Mühseligen und Beladenen – zur Zeit Jesu waren das dieTagelöhner, die schuften und das Joch schwerer Arbeit tragen mussten, und jene, die von den römischen Besatzern mit hohen Abgaben belastet wurden. Das zeigt uns: Wer in einer sozial schwierigen Situation ist, ist alles andere als passiv – man muss viel tun, braucht viel Kraft, um zurecht zu kommen.

Die Mühseligen und Beladenen – das sind in Zeiten von Corona diejenigen, die zu strikter Isolation gezwungen sind, weil sie aufgrund von Vorerkrankungen oder ihres Alters zu einer Risikogruppe gehören; diejenigen, die zum Nichtstun gezwungen sind, weil sie ihre Arbeit verloren haben oder auf Kurzarbeit sind; diejenigen, die raus müssen, weil sie „systemrelevant“ sind, und unter erschwerten Bedingungen arbeiten müssen – in Supermärkten, als Lieferanten, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen; diejenigen, die Home-Office und die Kinder zu Hause unter einen Hut bekommen müssen. Jede und jeder hat seine oder ihre Last zu tragen in dieser Krise. Die Corona-Krise zeigt uns recht deutlich: Es gibt nicht die Starken und die Schwachen. Wir alle haben eine Last zu tragen. Und wir alle brauchen einander.

Um Menschen zusammen zu bringen, eben weil wir einander brauchen und damit wir aufeinander aufpassen und einander unterstützen können, hat die Diakonie Nachbarschaftshilfe-Hotlines ins Leben gerufen. Hier können sich Menschen melden, die Hilfe brauchen, und Menschen, die anderen helfen wollen. Dabei haben wir – vor allem am Anfang, das ändert sich Schritt für Schritt – die Erfahrung gemacht: Es rufen mehr Menschen an, die Hilfe geben wollen, als Menschen, die Hilfe brauchen. Offensichtlich ist es schwer, zu sagen: Ich brauche Hilfe. Wir sind ja gewohnt und es wird immer die Anforderung an uns herangetragen, selbständig zu sein. Alles selber zu schaffen.

Das thematisieren auch Frau R., Pensionistin, und Veronika, Studentin. Sie haben einander über das Nachbarschaftshilfenetzwerk der Diakonie in Salzburg kennen gelernt.

Frau R. erzählt: „Das mit den Masken hab ich in der Zeitung gelesen. Ich hab mir gedacht: Ich bin 76 und gehöre zur Risikogruppe, viel herumrennen tu ich jetzt garantiert nicht – aber irgendeine Beschäftigung brauche ich. Jetzt nähe ich diesen Mund-Nasen-Schutz. Mittlerweile schaff ich schon so 20 Stück am Tag. Ich mache sie vor allem für Freunde und Bekannte und auch für Einrichtungen, zum Beispiel von der Diakonie. Die Veronika, die mir auch bei Besorgungen hilft, bringt sie für mich zu den Leuten. Veronika geht auch für mich einkaufen, zur Post oder zur Apotheke. Ihr hab ich natürlich auch einen Mund-Nasen-Schutz gemacht! Ich bin sonst immer draußen – in den Bergen, im Wald. Ich komme noch auf jeden Gipfel hinauf. Langsam, aber ich komm hinauf. Aber jetzt rausgehen? Einkaufen? Nein, das würde mir im Schlaf nicht einfallen. Außerdem habe ich ja einen Balkon. 

Wissen Sie, ich verstehe aber schon, dass das für manche Menschen jetzt hart ist. Eine gute Freundin von mir – sie ist in meinem Alter, war Zahnärztin, eine starke Frau. Sie hat immer alles gemanagt, musste im Krieg flüchten. Jetzt braucht sie selbst Hilfe und hat gelernt, diese anzunehmen. Hilfe anzunehmen, das kann manchmal schwer sein. Vor allem, wenn man immer alles selbst gemacht hat und selbst geholfen hat. Darüber haben wir erst gestern gesprochen, am Telefon. Wir telefonieren jetzt oft. Überhaupt telefoniere ich jetzt viel. Meiner Freundin hab ich auch einen Mund-Nasen-Schutz genäht und bringen lassen. Jetzt ist eben Maskenzeit!“

Veronika erzählt: „Salami, Milch und Briefmarken. Das ist heute in der Stofftasche für Frau R. Wir haben uns vor ein paar Tagen kennengelernt – über das #TeamHoffnungsträger bzw. die Nachbarschaftshilfe der Diakonie in Salzburg. Ich habe im Internet davon gelesen und mir gedacht: Da mache ich jetzt einfach mit. Ich habe ein paar Daten über mich angegeben und wenige Tage später hat das Telefon geläutet.

Als wir uns das erste Mal gesehen haben, stand ihre Wohnungstür einen kleinen Spalt offen. Auf der Fußmatte lag ein Päckchen und darauf zwei Exemplare eines Mund-Nasen-Schutzes. Zu sehen war niemand. Das war schon etwas merkwürdig. Ich glaube, wir haben das mit dem Sicherheitsabstand beide sehr genau genommen. Durch die geschlossene Tür haben wir uns dann kurz unterhalten. Und mittlerweile war ich schon ein paar Mal für Frau R. unterwegs. Es sind meist kleinere Besorgungen, die ich für Frau R. mache. Ein paar Lebensmittel, so wie heute, etwas von der Apotheke abholen – und immer wieder auch kleine Pakete zur Post bringen.

Frau R. verschickt jetzt selbstgemachten Mund-Nasen-Schutz! Auch für mich hat sie einen genäht – den trage ich jetzt natürlich immer, wenn ich für sie unterwegs bin. Ich bin jung, ich brauche mir eigentlich keine allzu großen Sorgen machen. Davor, wie jetzt viele ältere Menschen mit dieser neuen Situation umgehen, habe ich großen Respekt. Ich glaube, es ist nicht immer leicht, sich jetzt helfen zu lassen. Auch zwischen Frau R. und mir war die Annäherung etwas zaghaft. Wir lernen uns langsam besser kennen. Es kostet auch etwas Überwindung, ganz offen zu sagen: Bitte, wenn Sie auch nur eine Kleinigkeit brauchen, oder auch bloß mit jemanden reden wollen: rufen Sie mich an! Frau R. hat versprochen, dass sie das macht. Und dann hat sie gesagt: ‚Aber Sie rufen mich auch an, wenn es Ihnen nicht gut geht!‘ Das finde ich so schön: dass wir gemeinsam aufeinander schauen.“

Es gibt nicht die Starken und die Schwachen. Wir alle haben eine Last zu tragen – in der Corona-Krise und überhaupt im Leben. Wir alle brauchen einander. Wir alle brauchen an dem einen oder anderen Punkt Hilfe. Und uns allen gilt die Zuwendung Jesu, der uns zuruft:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühseligen und beladenen seid! Ich will Euch erquicken.“
Amen.

Lied 87, 1-6 „Heilig bist du, Gott, und treu“ (Musikvideo)

+ Fürbitten und Lied 571 „Ubi caritas“

Musikvideo zu „Ubi caritas et amor“

Barmherziger Gott, unter dem Dach der Diakonie gibt es viele Wohnungen, wo Menschen für andere Menschen da sind, um sie zu pflegen, zu begleiten und ihnen zu helfen. Wir wollen heute für sie beten.

Ubi caritas er amor (1x)

Wir bitten dich für alle Menschen, die in den Spitälern und Pflege-, Betreuungs- und Alterseinrichtungen der Diakonie arbeiten. Alte, Schwache, Kranke und Behinderte Menschen brauchen ihre Unterstützung. Sie sind mehr gefordert als sonst, weil man hinter den Schutzmasken ihr Gesicht nicht sehen kann. Hilf ihnen, für die Menschen da zu sein, die ihnen anvertraut sind: mit Augen, die lächeln; mit Stimmen, die Wärme ausstrahlen; mit Händen, die trösten und beruhigen.

Ubi caritas er amor (1x)

Ja, Gott, und so bitten wir dich für alle Menschen weltweit, für die die gegenwärtige Situation der Arbeitslosigkeit und erzwungenen Untätigkeit Wir bitten dich für alle Menschen, die im Flüchtlingsdienst der Diakonie tätig sind. Wer geflüchtet ist, hat Verunsicherung erlebt. Durch die Corona-Krise wird alles noch viel schwieriger. Schenke du ein Stück Heimat durch Menschen, die zuhören, weiterhelfen, im Asylverfahren rechtlich beraten und zu den Gerichtsterminen begleiten.

Ubi caritas er amor (1x)

Wir bitten dich für alle Menschen, die im Bereich der Diakonie Bildung tätig sind: Lehrerinnen und Lehrer an den evangelischen Schulen, Betreuerinnen und Betreuer in den Kindergärten. Lass den Wiederbeginn der Kinder in den Schulen von ihnen gut begleitet sein. Gib ihnen gute Ohren, um die Nöte der Kinder wahrzunehmen und ihnen zuzuhören.

Ubi caritas er amor (1x)

Wir bitten dich für die Menschen, die für die Diakonie Katastrophenhilfe und in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Sie sehen viel Not und Elend. Ihr Tun wirkt oft nur wie ein Tropfen auf einen heißen Stein. Und doch ist ihre Hilfe wichtig für die Menschen, die sie erreichen. Lass ihre Stimme gehört werden in einer Gesellschaft, die gerne auf die Nächsten in der Ferne vergisst.

Ubi caritas er amor (1x)

Wir bitten dich für diejenigen, die in Betreuung und Therapie im Zentrum Spattstraße unserer Kirche in Linz tätig sind. Krisenzeiten wie Corona wecken vermehrt Ängste. Gewohntes hat sich verändert. Kinder und Jugendliche können nicht einfach übers Wochenende zu ihren Eltern fahren. Frühförderung und Schulassistenz, Beratung und Erziehungsbegleitung von schwachen Familien geschieht über Video und Telefon. Sei du durch deinen Geist das starke Band, das die Menschen miteinander verbindet auch über die Barrieren der Telekommunikation hinweg.

Ubi caritas er amor (1x)

Barmherziger Gott, unser Leben ist ein Fragment und unsere Worte des Gebets sind nur Bruchstücke. Darum wollen wir das, was uns noch auf dem Herzen liegt mit den Worten ausdrücken, die uns Jesus gelehrt hat und so miteinander und füreinander beten:

Unser Vater im Himmel

+ Kollekte

Ragrunzel, die Kollektensau aus Graz und die Sparkatze aus Wien haben wir schon kennengelernt. Sie sind mögliche Aufbewahrungsorte für Kollekten bis zu dem Zeitpunkt, wo wir uneingeschränkt wieder in unseren Kirchenräumen miteinander Gottesdienst feiern können. Hier hätte ich noch ein weiteres Beispiel.

Ich selbst mache es allerdings anders. Ich möchte, dass meine Gemeindekassierin gut schlafen kann. Darum zähle ich mit diesem Monatsbeginn die Anzahl der Sonntage eines Monats und multipliziere sie mit meinem üblichen Kollektenbetrag und überweise die Summe mit dem Betreff „Kollekte“ auf das Gemeindekonto. Das hilft, damit laufende Zahlungen getätigt werden können.

+ Dankgebet

Gütiger Gott, wir Menschen leben nicht nur vom Brot, das du uns gibst und vom Wort, das wir von dir vernehmen. Eines unserer Grund-Lebensmittel sind auch die Beziehungen, in die wir eingebettet sind. Wir danken dir, dass wir solche Beziehungen pflegen und leben dürfen. Sie machen unser Leben reich und lassen uns etwas von deiner Liebe für uns erfahren. Hab Dank dafür. Amen.

Hinweise

Am kommenden Sonntag feiern wir wieder einen Gottesdienst über Zoom. Lokalpastor Frank Moritz-Jauk wird predigen. Die Liturgie wird von Pastorin Dorothee Büürma und der Salzburger Gemeinde vorbereitet.

Lied 370, 1-5 „Solang mein Jesus lebt“ (Musikvideo)

+ Segen

Wo ich auch bin, wohin meine Gedanken auch wandern.
Ich weiß, wo meine Mitte ist:
Bei Gott dem Vater, der mich geschaffen hat.
Bei Gott dem Sohn, Jesus, der mich begleitet.
Bei Gott der Heiligen Geistkraft, die mir Mut macht.
So gehe ich gesegnet in die neue Woche.
Amen.

Musik


Die Lesungen sind aus der Luther Bibel 1984 sowie aus der Basis Bibel entnommen, beides Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart